Hagen Schröter

8 Fragen an Hagen

Wie alt warst du, als du angefangen hast, Tango zu tanzen?

Ich bin mit 20 nach Berlin gekommen, vor allem um Tango zu lernen. Innerhalb kürzester Zeit war ich dann sechs Nächte die Woche auf Milongas…

Wer oder was hat dich in deinen ersten Jahren am meisten in deinem Tanzen beeinflusst?

Da war mein erster Lehrer Lito Breglia, ein alter Argentinier der bei mir um die Ecke in einem Kulturverein Tango unterrichtet hat. Das Lernen mit ihm war sehr spielerisch und das hat meinen Zugang sehr geprägt. Dann habe in Berlin alle Lehrer besucht, die es damals so gab und bin bei Udo Hartmann gelandet, der mich auch vor allem durch seine Freude am Tanzen inspiriert hat. Irgendwann habe ich dann eine Show von Chicho Frumboli gesehen und sein Tanzen hat meine Idee von Tango sehr lange beeinflusst. Mit den Jahren kamen noch einige Tänzer dazu, die mich geprägt haben. Besonders beeinflusst haben mich davon Homer und Christina Ladas mit ihrer Didaktik, Horacio Godoy mit seiner kreativen Interpretation der Musik, Pablo Inza mit seinem Humor beim Tanzen und Carlitos Espinoza mit seiner Fähigkeit, auch bei Shows seine Partnerin strahlen zu lassen statt sich selbst in Szene zu setzen.

Was möchtest du deinen SchülerInnen vor allem mitgeben?

Ich wünsche mir, daß meine SchülerInnen beim Tanzen Freude erleben, Freude am miteinander tanzen, sowohl mit ihren PartnerInnen als auch im sozialen Miteinander auf Milongas, Freude und Kreativität im Umgang mit der Musik und vor allem auch Freude daran, sich selbst beim Tanzen zu erleben.

Hast du einen Lieblingstango und/oder -orchester?

Das erste Orchester, mit dem ich so richtig Freude hatte war Osvaldo Pugliese. Mit den Jahren habe ich immer mehr Orchester von den Klassikern der 30er bis 50er Jahre bis hin zu fabelhaften zeitgenössischen Tango-Orchestern für mich entdeckt. Aber Pugliese ist bis heute mein Liebling geblieben.

Was war der merkwürdigste Ort, an dem du je getanzt hast?

Hmm… das war wahrscheinlich in einem Hinduistischen Tempel in Indien. Interessanterweise finden Inder das gar nicht so merkwürdig.

Erzähl uns einen „Fun Fact“ über dich, den nicht viele Leute kennen.

I ko flirßend Niaderbayrisch redn, des herd si a wengal wi belln o (Ich kann fließend Niederbeyrisch reden, das hört sich ein wenig an wie bellen)

(Zu) Was tanzt du heimlich in deinem Wohnzimmer?

Nun, da mein Wohnzimmer das Nou ist, ist das wohl Tango; aber privat höre ich so ziemlich alles außer Heavy Metal, Schlagern und Tango. Und Musik lässt mich immer tanzen. Selbst in einem Konzertsaal zu klassischer Musik zappele ich zum Leidwesen der Leute um mich herum auf meinem Platz rum und würde am liebsten nicht sitzen.

Erzähl uns, was du außerhalb des Tangos gerne machst.

Tango ist seit etwa zehn Jahren nicht mehr „alles“ für mich. Ich bin gern allein und lese tolle Bücher oder verbringe Tage und Nächte in meiner Werkstatt oder beim Bauen an meinem Bus. Genauso gern treffe ich meine Freundin oder Freunde, koche und esse am liebsten in Gesellschaft und lasse mich gern auf neue Unternehmungen ein. Und ich gehe mit großer Freude meiner zweiten Berufung als Osteopath nach.

Unterricht mit Hagen

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